Hotelsuche: 

1 Sassarese/Alghero

8 Ogliastra

2 Gallura/Olbia

9 Costa Verde

3 Baronia

10 Sulcis/Iglesiente

4 Marghine/Planargia

11 Campidano/Cagliari

5 Oristano/Sinis

12 Sarrabus/Costa Rei

6 Marmilla/Sarcidano

13 Costa del Sud

7 Barbagia




1 Sassarese/Alghero
– von Isola Rossa im Norden nach Alghero im Westen und Torralba im Inneren der Insel zieht sich die Region. Der Nordwesten der Insel wird durch ein hügeliges Acker- und Weideland bestimmt, das später in eine flache, wenig bewohnte Steppenlandschaft übergeht. Hier findet man lange, teilweise noch unerschlossene Sandstrände, schöne Felsbuchten, Lagunenseen, Grotten, Nuraghen Kastelle und interessante Städtchen. Besonders sehenswert ist das Küstenstädtchen Alghero, Castelsardo und die Halbinsel Stintino. Die vorgelagerte Insel Isola di Asinara war bis 1997 eine Strafkolonie und wurde dann in ein Naturschutzgebiet umgewandelt. Hier konnte sich die Natur ungestört entfalten und so gibt es hier einige Pflanzen und Tiere, die man sonst nirgends mehr findet. Unter anderem leben halbwilde weisse Esel auf der Insel. Man darf nur im Rahmen einer geführten Tour (startet in Stintino oder Porto Torres) die Insel betreten. Einer der grössten Häfen Sardiniens ist Porto Torres. Die Stadt wird durch viel Industrie geprägt. Zum Schauen und Bummeln eignen sich da eher Alghero oder auch das mittelalterliche Städtchen Castelsardo. Alghero mutet eher spanisch als sardisch an und hat eine schöne Altstadt mit verwinkelten Gassen, kleinen Läden und Restaurants. Die alte, meterdicke Stadtmauer ist noch zum grossen Teil erhalten und schirmt Alghero, besonders zum Meer hin, beeindruckend ab. Es gibt auch einen langen Strand direkt neben der Altstadt und dem Hafen aber durch viele Parkplätze und die vorbeirauschende Hauptverkehrsstrasse lädt er nicht wirklich zum Entspannen ein. Gut Baden kann man hier vor allem an der Costa Paradiso oder auf Stintino. Im Landesinneren lohnen der Besuch der Terme di Casteldoria, der versteinerten Baumstämme von Martis und die schöne kurvenreiche Fahrt per PKW von Sedini über Bulzi, Nulvi und Osilo nach Sassari. Und wenn man in der Nähe von Alghero unterwegs ist, darf ein Besuch beim Weingut Sella&Mosca und ein Ausflug zur Grotta di Nettuno nicht fehlen. Schon die Anfahrt zum Capo Caccia ist ein Erlebnis. Bei Valledoria mündet der wichtigste Fluss Nordsardiniens, der Coghinas, ins Mittelmeer. Er hat ein fruchtbares Schwemmland geschaffen, auf dem intensiv Landwirtschaft und Weinbau betrieben werden. Auf dem Weg zum Meer wurde er zweimal gestaut und hat so die Seen Lago del Coghinas und Lago di Cateldoria geschaffen. Auf dem Fluss lässt es sich auch sehr gut Kanu fahren. Die Terme di Casteldoria ist eine grüne Oase – mit Pappeln, Pinien, Palmen und Eukalyptusbäumen und einer bis zu 90° heissen Thermalquelle. Wer den typischen Geruch von faulen Eiern verkraftet, kann sich hier bei Badewannentemperatur im Wasser oder Schlamm vergnügen. Verlässt man Sassari in südöstlicher Richtung kommt man zuerst an beeindruckenden Kalksteinklippen vorbei, um kurz darauf auf drei pisanische Landkirchen zu stossen, die wahre Kleinode sind. Noch etwas weiter südlich kommt man schliesslich bis nach Ittireddu, die schwarzen Vulkanberge und Relikte aus verschiedenen Epochen lohnen einen kurzen Abstecher. Die hügelige, fast baumlose Landschaft bietet nur wenig fürs Auge, einsam und verlassen mutet sie an. Da ist jede Abwechslung willkommen – zB das Valle dei Nurgahi bei Torralba. 32 Nuraghen stehen hier auf engstem Raum. Die gesamte Gegend ist touristisch nur sehr wenig erschlossen, es gibt hauptsächlich Campingplätze und Ferienhaussiedlungen und nur in den grösseren Städten und an der Costa Paradiso ein paar annehmbare Hotels.

 

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2 Gallura/Olbia
– Reicht von Olbia bis nach Isola Rossa und Perfugas. Hier lässt es sich herrlich urlauben! Der Nordosten Sardiniens ist vor allem durch die Costa Smeralda bekannt geworden, dem Küstenabschnitt, an dem der internationale Jetset Urlaub macht. Kleine Städtchen mit schönen Yachthäfen (in denen Schiffe vor Anker gehen, die einem die Sprache verschlagen), luxuriöse Geschäfte und charmante Hotels bestimmen das Bild. Ausser der Costa Smeralda gibt es aber noch mehr Sehenswertes. Denn die Gallura ist sicher eine der schönsten Ecken der Insel. Eine weit verzweigte Küste mit tiefen Einschnitten, bizarre Granitfelsen, viele schöne Buchten und leuchtende Macchia bestimmen die Landschaft. Besonders aber die weissen Strände und das türkisblaue Wasser locken viele Besucher an. Und trotzdem hat sich hier kein Massentourismus entwickelt. Strenge Bauvorschriften sorgen dafür, dass kein Hotel höher ist als die umgebene Natur und dass kaum neue Hotels gebaut werden. Fast alle Strände sind zwar öffentlich zugänglich, dürfen aber nicht bewirtschaftet werden, um der Natur so wenig wie möglich zu Schaden.
Die grösste Stadt der Gegend ist Olbia. Hier landen die Flugzeuge und legen die Fähren an – ansonsten ist die Stadt aber eher unspektakulär. Die Costa Smeralda erreicht man von hier aus mit dem Auto in ca. 35 min. Besonders schön ist die Fahrt über die Strada Panoramica, entlang der Küste und durch das reizvolle Dörfchen San Pantaleo. Die interessantesten Orte der Gegend sind Porto Cervo, Porto Rotondo und Baja Sardinia (wobei letzterer streng genommen nicht mehr zur Costa Smeralda gehört). Und damit man den berühmtesten Küstenstreifen des Mittelmeers auch ja nicht verpasst, stehen an der Strasse grosse Granitfelsen mit der Aufschrift „Costa Smeralda“…
Wenn man sich von Olbia aus ins Landesinnere wendet, kommt man Nach Tempio Pausania, einem sehenswerten Granitstädtchen, das besonders  durch die alten Kork- und Steineichenwälder bekannt geworden ist. Verstreut in der Landschaft gibt einige archäologisch interessante Stätten – Nuraghen und Riesengräber (leider oftmals nicht gut ausgeschildert). Weiter nördlich liegt Palau, interessant ist eigentlich nur der Hafen, von dem aus man nach La Maddalena übersetzen kann. Die Gegend um Port Pollo ist vor allem bei Windsurfern beliebt – die Halbinsel Isola die Gabbiani bietet beste Bedingungen (auch für Anfänger). Eine nette, ursprüngliche Altstadt dagegen hat Santa Teresa di Gallura – von hier aus sind es nur noch 12km bis nach Korsika. Es gibt einen stündlichen Fährverkehr und so kann man auch mal einen Tagesausflug nach Frankreich machen. Ansonsten gibt es im Landesinneren nicht viel zu sehen – ziemlich flach, viel Landwirtschaft und viele Weideflächen. Die grösstenteils unbewohnten Inseln des vorgelagerten La Maddalena Archipel haben viele versteckte Buchten und unberührte Natur zu bieten. Die gleichnamige Stadt lädt zum Bummeln und Flanieren ein und auf der Insel Caprera kann man das Garibaldi-Museum besuchen. Auf der östlichen Seite liegt die Insel Tavolara – ein fast unzugänglicher Felsklotz. Im Sommer kann man mit Booten hinüber fahren, am kleinen Strand liegen oder den schwierigen Aufstieg zum Punta Canone wagen (teilweise steil und über Geröllhänge, ohne festen Weg) – immerhin wartet oben ein herrlicher Ausblick und ein Gipfelbuch. Die Gallura ist eines der am Besten touristisch erschlossenen und bekanntesten Gebiete Sardiniens. Aber eigentlich auch nur direkt an der Küste. Sobald man sich ein wenig ins Landesinnere wendet, findet man eine ruhige, ländliche Gegend, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

 

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3 Baronia
– landschaftlich vielfältige Region an der nördlichen Ostküste. Sie zieht sich von Olbia bis nach Orosei. Den Namen bekam sie von spanischen Feudalherren, die sich hier im 15. Jh. Angesiedelt hatten. Und sie wussten damals schon warum – die Küste ist mit ihren kilometerlangen Sandstränden, Grotten und Steilküsten eine der schönsten Sardiniens. Wenn man von Olbia aus in Richtung Süden startet, kommt man zuerst in die Gegend um San Teodoro. Aus dem einstigen verschlafenen Fischerdörfchen ist ein richtiger Ferienort geworden. Kein Wunder - hier gibt es einige wunderschöne kilometerlange Sandstrände, an denen man auch sehr gut Surfen kann. Leider hat der Ort viel von seiner Ursprünglichkeit eingebüsst und ganze Neubauviertel wurden errichtet. Abseits der Küste findet man nur ein paar spärliche Hirtensiedlungen und Höfe, die Agriturismo anbieten. Noch ein paar Kilometer nach Süden und man kommt nach Budoni – feinsandige Strände mit Dünen, Piniengürtel, Lagunenseen und ein reizloses Feriendorf machen die Gegend zu einem netten Urlaubsziel – wer es mag. Hier gibt es hauptsächlich Campingplätze. Zum Bummel lohnt eher das Örtchen Posada, das auf einem Kalkfelsen thront, mittelalterlich anmutet und mit einem Kastell aus dem 12. Jh. aufwarten kann. Das Hinterland ist durch einen Stausee, den Lago di Posada, geprägt. Die Uferebene wird hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Nach Siniscola erhebt sich rechterhand der Monte Alba – ein weisser Kalkrücken. Am Ortsausgang von Siniscola Richtung Lode und Lula fahren – die serpentinenreiche Passfahrt wird mit einem grandiosen Ausblick über die Küste belohnt.Wenn man weiter auf der Küstenstrasse bleibt, erreicht man schliesslich Orosei. In der Umgebung gibt es ein paar schöne Sandstrände und der Ort bietet einen schönen historischen Ortskern. Der anschliessende Golf von Orosei bietet eine abwechslungsreiche Landschaft – die Ausläufer des Supramonte im Rücken und eine grandiose, senkrecht abfallende Steilküste vor der Nase. Tiefe Schluchten verlaufen bis ans Meer, geheimnisvolle Grotten und viele verträumte Buchten sind nur mit dem Boot ab Cala Gonone erreichbar. Die Grotte del Bue Marino ist eine der Sehenswürdigkeiten in dieser Gegend und sollte unbedingt angesteuert werden. Die Steilküste eignet sich auch hervorragend zum klettern. Das Berggebiet des Supramonte ist nur wenige Kilometer entfernt und bietet sich hervorragend für Wanderungen an. Die vielen Pfade, die sich durch die Berge schlängeln, führen ins Innere von tiefen und eindrucksvollen Schluchten, oder sie klettern dicht über dem Meer an Klippen hinauf. Die umliegenden Bergdörfer, Seen und Nuoro sind lohnenswerte Ausflugsziele. Orgosolo besuchen, das Herz Sardiniens und die tiefste Schlucht Europas; im Kajak den Lago del Cedrino hinaufrudern, um die kristallenen Quellen von Su Gologone zu erreichen; verschlungenen Pfaden folgen, um die besterhaltenen archäologischen Stätten kennen zu lernen: dies sind nur einige der bevorzugten Ausflugsziele die gerne von der örtlichen Tourismusagentur in Cala Gonone organisiert werden. Nördlich von Dorgali befindet sich die Grotte di Ispinigoli – eine interessante, begehbare Höhle mit einem der grössten bekannten Tropfsteine. Ein Highlight ist die Schlucht Su Gorroppu, südwestlich von Dorgali (streckenweise und je nach Jahreszeit nur für geübte Wanderer!). Die Strasse windet sich weiter eindrucksvoll Richtung Süden, durch eine bizarre Mondlandschaft, mit kargen Geröllhalden, steilen Felswänden und tiefen Schluchten. Die Hochebenen sind völlig unbewohnt und nur mit Macchia bewachsen. Wobei völlig unbewohnt sind sie nicht – immerhin gibt es hier halbwilde Schweine, denen man – falls man sie überhaupt trifft - mit Vorsicht begegnen sollte. Bei Braunei findet man ein verkarstetes Felsplateau vor, mit tiefen Löchern und Spalten und einer teilweise üppigen Vegetation mit Steineichen und Olivenbäumen.

 

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4 Marghine/Planargia
– von Alghero im Nordwesten der Insel bis nach S’Archittu im Westen und Macomer und Abbasanta im Hinterland zieht sich das Gebiet. In der Umgebung von Alghero dominieren anfangs noch dichte grüne Olivenhaine, die später in macchiabewachsene Plateaus übergehen. Bosa kann man von Alghero auf zwei Arten erreichen – entweder über die Küstenstrasse, die zu den schönsten der Insel zählt oder über eine kurvige Landstrasse, die reizvoll über Villanova und Montresta führt. Westlich von Villanova liegt ein grosses Korkeichengebiet, südlich von Villanova gibt es den grossen Stausee Lago di Temo umgeben von einer beeindruckenden Berglandschaft aus Basalt und Granit. Südlich von Montresta führt die Strasse in Serpentinen hinunter nach Bosa und bietet unbeschreibliche Ausblicke auf das Meer und die Hochebene. Fährt man die Küstenstrasse nach Bosa hat man wahrlich eine Panoramastrecke vor sich. Keine Besiedelung, nur eine wilde, unzugängliche Landschaft aus Felsen, Klippen und Steilhängen. Die Strasse führt meistens hoch oben über dem Meer entlang und bietet so unvergessliche Ausblicke auf die zerrissene Küstenlinie. Bosa liegt beeindruckend zwischen schroffen Felsgraten und Tafelbergen. Mittendrin der Fluss Temo, den Felder, Wein und Olivenbäume umgeben. Die malerische Altstadt drängt sich den Hang hinauf und oben thronen die Überreste eines genuesischen Kastells. Enge Gassen, Torbögen und Treppen prägen das beschauliche Städtchen. Nicht zu vergessen die schöne Palmenpromenade entlang des Flusses mit den alten Bürgerhäusern und kleinen Fischerbooten. Es gibt nur wenig Tourismus und so kann man in den kleinen Gassen noch typische Weinschenken finden und Frauen, die der traditionellen Spitzenklöppelei und Filetstickerei nachgehen. Ist man in der Gegend sollte man sich das hübsche Städtchen auf keinen Fall entgehen lassen. Weglassen kann man dagegen Bosa Marina – ein Küstenstädtchen ohne Charme, in dem Beton das vorherrschende Element ist. Dem braunen Sand am Strand wird allerdings Heilwirkung nachgesagt und so findet man viele Sarden und auch einige Touristen, die hier Urlaub machen. Östlich von Bosa liegt Macomer, eine Kleinstadt auf einem Bergkamm inmitten einer grossen Weideregion.

10km östlich von Macomer, kurz vor Silanus findet man die Nuraghe Santa Barbara und die Kirche gleichen Namens in trauter Zweisamkeit eng nebeneinander stehen. Zwei Jahrtausende liegen zwischen den Bauten, Urbevölkerung neben Byzantinern – dieses Motiv ist wirklich einzigartig in Sardinien.

Südlich von Bosa schliesst sich das Gebiet der Planargia an – ein Hochplateau aus Basalt mit viel Weidewirtschaft und einigen kleinen Ortschaften. Tinnura und Flussio bieten eine gute Möglichkeit  schöne Flechtarbeiten zu erstehen, für die die Gegend so berühmt ist. Tresnuraghes ist ein grosses Dorf mit schöner Kathedrale, von hier aus geht eine Strasse zum Meer und nach Marina di Tresnuraghes – eine grosse Ferienhaussiedlung. Ansonsten ist die Gegend touristisch gesehen kaum erschlossen. In Richtung Süden eröffnet sich eine schöne Küstenlandschaft, die zum wandern einlädt. Fährt man auf der Landstrasse weiter, erreicht man Cuglieri, eine kleine Stadt im Monte Ferru Gebirge. Sie liegt auf einer Hügelkuppe, umgeben von Olivenwäldern und hat eine schöne Altstadt mit einer mächtigen Doppelturmbasilika. An der Küste kommen dann zwei kleine Badeorte – Santa Caterina di Pittinuri und S’Archittu, die über ein paar kleine Hotels und Ferienwohnungen verfügen. Im Hinterland ist noch San Leonardo de Siete Fuentes interessant – kühle Laubwälder, Mineralquellen und ein kleines romanisches Kirchlein nebst Picknickplatz. Santu Lussurgio ist ein Zentrum der sardischen Pferdezucht und man findet in den Läden der Stadt alles was man zum Reiten braucht und viele handgearbeitete Dinge. Weiter südlich schliesst sich Bonarcado an, vorher kann man am Riu sos Molinos in einem Badeteich unter einem Wasserfall einen erfrischenden Stopp einlegen. Einfach den Schildern „Cascata“ folgen.

 

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5 Oristano/Sinis
– liegt in der Mitte der Westküste, schliesst sich an die Planargia an und reicht von Abbasanta bis etwa nach Arborea. Das Gebiet besteht grösstenteils aus flachen, landwirtschaftlich genutzten Flächen, die Dank des Lehmbodens reichlichen Ertrag bringen. Viel Wein- und Obstanbau, auf der Sinis-Halbinsel Schwemmland mit vielen Lagunenseen. Oristano ist die jüngste Provinzhauptstadt Sardiniens und hat sich trotz vieler moderner Bauten eine historische Altstadt mit prächtigen mittelalterlichen Palazzi erhalten können. Die schöne Fussgängerzone mit ihren vielen Geschäften lädt zu einem Bummel ein und der Dom und die verschiedenen Kirchen sind einen Blick wert. Für einen längeren Aufenthalt ist es dann aber doch zu wenig – die meisten Besucher bleiben nur ein paar Stunden. Richtig voll ist die Stadt nur an ein paar Tagen zur Faschingszeit wenn das weithin bekannte Reiterfest Sa Sartiglia stattfindet. Ein einsamer Landstrich ist die Sinis-Halbinsel. Karge Vegetation, viel Wind, flaches Land und nur ganz wenige Touristen. Aber dafür findet man hier weisse Dünensandstrände, die zu den besten an der ganzen Westküste zählen. In den vielen Binnenseen gibt es zahlreiche Vogelarten, u.a. auch Flamingos zu sehen. Im oberen Teil der Halbinsel findet man bei Is Arenas einen 2km langen feinen Sandstrand, der sich aufgrund der herrschenden Winde gut zum Surfen eignet. Im Hinterland dominieren Eukalyptus- und Pinienwälder. Es gibt nur ein paar Campingplätze in dieser Gegend, Hotels findet man eigentlich nur in Oristano. Das Capo Mannu – eine Steilküste mit vielen Klippen und zerklüfteten Felsen markiert das nordwestliche Ende der Sinis. Unterhalb findet man bei Putzu Idu eine der grössten Ferienhaussiedlungen in dieser Gegend. Noch weiter südlich wird die Landschaft dann fast wüstenartig und es gibt kaum noch Bewuchs. Der grösste Binnensee ist der Stagno di Cabras, nordwestlich von Oristano. Er ist eines der fischreichsten Gewässer Italiens und so herrscht hier eine rege Fischerei. In Cabras – dem einzigen Ort direkt am See – kann man in den vielen kleinen Fischrestaurants die lokalen Spezialitäten probieren. Fährt man am See vorbei kommt man zur Halbinsel Tharros – eine schmale Landzunge mit der grössten erhaltenen phönizisch-römischen Ausgrabungsstätte Sardiniens. Das weitläufige Gelände reicht bis ans Meer und nicht wenige Ruinen liegen mittlerweile unter Wasser. Man findet hier die Grundmauern vieler Häuser, Strassen und Reste von römischen Thermen, Tempeln und Zisternen. Mittendrin auf einmal ein punischer Tempel und ein nuraghisches Dorf. Vom abseits stehenden Sarazenenturm hat man einen schönen Überblick über das ganze Gebiet. Unterhalb der Ausgrabungsstätte befindet sich ein schöner Sandstrand und ganz vorn am Kap steht noch ein einsamer Leuchtturm. Östlich von Oristano schliesst sich die Tirso-Ebene an. Feigenkakteen, Apfelsinen- und Zitronenbäume wachsen hier. Hinter Solarussa hört das fruchtbare Land aber auch schon wieder auf und geht in Bergland über. Die Dörfer sind klein und unscheinbar und es gibt nur wenige Höhepunkte, wie z.B. die schöne Pisanerkirche bei San Lossorio, die Therme bei Fordongianus oder das Dorf Zuri am Stausee Lago Omedeo. Das ursprüngliche Dörfchen ist 1922 untergegangen und bei niedrigem Wasserstand kann man noch die Reste im See erkennen. Folgt man der Strasse von Oristano aus nach Süden kommt man in das Gebiet um Arborea. Es ist das wichtigste Landwirtschaftsgebiet der Insel. Intensive Viehzucht und der Anbau von Weizen, Mais, Gemüse und Obst bestimmen die Region. Es ist sozusagen die Kornkammer Sardiniens. Gradlinige Wege, Strassen und Kanäle durchziehen wie ein Netz die Landschaft. Der Ort Arborea selber ist touristisch eher uninteressant und hat ausser einer bunt bemalten Kirche nicht viel zu bieten.

 

 

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6 Marmilla/Sarcidano
– Mitten in Sardinien, zwischen der Barbagia und Campidano liegt dieses fast baumlose Gebiet. Hügel- und Flachland wechseln sich ohne grosse Höhepunkte ab. Nur im höher gelegen Sarcidano findet man stellenweise dichten Wald. Der Oberlauf des Flumidosa hat sich tief in die Berge eingeschnitten und wurde bei Nurri zu einem grossen See gestaut. In der Marmilla findet man kegelförmige Basaltberge vor, die vulkanischen Ursprung sind. Der Ort Laconi ist einer der grössten in dieser Gegend und liegt eingebettet zwischen Wäldern auf einem Hügel. Im, direkt an die Kirche, angrenzenden Park stösst man auf zahlreiche Quellen, Wasserfälle, Teiche, Grotten und die Ruine eines alten Adelsbesitzes. Das Örtchen Isili ist vor allem durch die Herstellung von Webteppichen und Kupfergeschirr bekannt geworden. In der Gegend um Gesturi gibt es flache Hochebenen, die wie grosse Tische aussehen und an den Rändern steil abfallen. Auf der Giara di Gesturi gibt es ein Naturreservat mit den halbwilden kleinwüchsigen Pferden, für die Sardinien bekannt ist. Holprige, kleine Strassen schlängeln sich hinauf, vorbei an Korkeichen und Quellen. Man kann von Gesturi aus bis zu einem Parkplatz hinauffahren und von dort aus zu Fuss weitergehen. Mit viel Glück sieht man die Pferde an den Wasserstellen. Südlich von Gesturi stösst man auf Barumini und die grösste Nuraghenfestung der Insel „Su Nuraxi“. Es ist der am besten erhaltene Komplex in Sardinien und vermittelt einen guten Eindruck über das Leben der Nuraghier. Man findet hier die Reste von etwa 150 Rundhütten und einen Mittelturm, der aus Basaltblöcken errichtet wurde. In einem Park bei Tuili hat man die Möglichkeit Sardinien im Kleinformat zu sehen. Die Insel wurde hier originalgetreu in einem Modell nachgebaut. Ebenfalls sehenswert ist noch die Grabstätte Pranu Muteddu, kurz vor dem Dorf Goni. Es handelt sich hierbei um eine beeindruckende megalithische Nekropole mit gut erhaltenen Kammergräbern.

 

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7 Barbagia
– das Herz Sardiniens, schroff und wild. Berge voller Schluchten und Höhlen. Kahle Steilhänge und dichte Wälder, undurchdringliches, sprödes Land, kaum Strassen. Hier fanden sich nur Einheimische und Hirten zurecht und so wurden die Berge früher zum Rückzugsgebiet für Banditen und Gesetzlose. Viele politisch motivierte Entführungen endeten in den unzugänglichen Bergen, denn die Carabinieri konnten die Region nicht kontrollieren und überschauen. Das hat der Barbagia nicht gerade den besten Ruf eingebracht. Von jeher beugten sich die Bewohner nur widerwillig der Regierung und lösten Probleme immer auf ihre eigene Art. Allerdings wird man als ausländischer Besucher davon nichts mitbekommen und man wird auch sicher keinem Banditen begegnen oder Angst vor einer Entführung haben müssen. Das Gebiet der Barbagia eignet sich gut für Wanderungen und Trekkingtouren. Der Supramonte und Gennargentu sind besonders lohnenswerte Ziele. Die Stadt Nuoro ist keine Schönheit, bildet aber sozusagen das Tor zur Barbagia. Es gibt ein paar kleine Hotels und Restaurants und ist wie auch Oliena ein guter Ausgangspunkt für den Supramonte. Örtliche Kooperativen bieten geführte Touren in das alpenähnliche Massiv an, das sich steil wie eine Wand auftürmt und zahllose Grate, Schluchten und Grotten aufweist. Im unteren bewaldeten Teil liegt Oliena, von hier aus kann man gut die einsame Gipfelregion erwandern. Bei Su Gologone entspringt eine der schönsten und stärksten Quellen der Insel. Zwischen turmhohen Wänden hat sich ein tiefer Teich gebildet, der sich später zu einem Fluss weitet. Pappeln, Oleander, Schilf und Eukalyptus umgeben die Oase. Das Hochtal von Lanaittu liegt versteckt zwischen den Bergen und ist dicht bewaldet. Archäologen haben hier eine prähistorische Wohnsiedlung entdeckt und es gibt zwei grosse Tropfsteinhöhlen, in einer entspringt der Riu de sa Oche. Südlich von Oliena liegt das wohl berüchtigste Dorf Sardiniens – Orgosolo. Die einheimischen Hirten kämpften lange gegen die Ausbeutung und die Übergriffe des Staates und wurden dafür als Banditen abgestempelt. Ihren Protest findet man heute noch in den Murales, den lebensgrossen Wandbildern, die von Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Kampf erzählen. Der Lago di Gusana in der Nähe von Gavoi ist ein schöner Stausee, der bei den Sarden sehr beliebt ist. Das Wasser wird angenehm war und man kann hier gut baden. Der See und die umliegenden grünen Wälder sind besonders im Sommer eine angenehm kühle Alternative zur Hitze an der Küste. Die Berge des Gennargentu, die sich weiter südlich anschliessen, steigen bis zu 1800 m auf. Die glatten Bergrücken, die mit Macchia bewachsen sind, erinnern stark an Schottland. Die Einsamkeit der nackten Berghänge und spärlichen Weiden wird nur durch ein paar kleine Skilifte durchbrochen, denn im Winter kann man hier durchaus Skifahren. Fonni ist das höchstgelegene Bergdorf Sardiniens und Mittelpunkt des „Skizirkus“, ansonsten aber eher unspektakulär. Einen schönen Anblick bietet dagegen der Ort Aritzo, steil am Hang gelegen mit bunten Häusern zwischen mächtigen Kastanienbäumen. Sehenswert ist auch die Region bei Sorgono wo die von Schluchten durchzogenen Felsen langsam in Hügelland übergehen und man beim Ort Tonara zahlreiche Stein- und Holzskulpturen bewundern kann. In der Nähe von Sadali – einem kleinen Ort mit einem erstaunlichen Wasserreichtum – gibt es die Grotte Is Janas, die einen Besuch lohnt.

 

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8 Ogliastra
– schliesst sich südlich an das Gebiet Baronia an und reicht von Braunei bis nach Tertenia und im Landesinneren bis zum Lago Alto di Flumendosa. Die Gegend bietet einige schöne Strände und ein wunderbares Bergpanorama. Die Ebene südlich von Braunei wird landwirtschaftlich genutzt und an den steilen Hängen wächst der berühmte Cannonau-Wein. Kurz danach stösst man auf Santa Maria di Navarrese – ein kleiner Fischer- und Badeort. Von hier aus zieht sich ein 6 km langer Sandstrand bis nach Arbatax. Im Hinterland liegen die Berge des Supramonte. Es gibt einige Campingplätze – ansonsten wird gerade erst angefangen das Gebiet touristisch zu entwickeln. Alles ist noch sehr ursprünglich und ruhig. Die Städte Tortoli und Arbatax sind weniger interessant – einfache Orte ohne grosse Reize. Früher waren die roten Porphyrfelsen in Arbatax noch ein Anziehungspunkt und Highlight eines jeden Sardinienurlaubs – heute liegen sie unscheinbar neben einem grossen, verstaubten Parkplatz und auch Wind und Wellen haben das ihrige zum Zerfall beigetragen. Nur wenn man sich ganz an den Rand stellt, den hässlichen Parkplatz und die Industrieanlagen drum herum vergisst, und sich auf das strahlende Blau des Meeres und die leuchtend roten Felsen konzentriert, kann man sich vorstellen, wie wunderbar dieses Stückchen Land vor der sardischen Bauwut gewesen sein muss. Geht man weiter nach Süden kommt man nach Barisardo. Das Tal des Riu Mannu ist gepflastert mit Wein-, Pfirsich- und Orangenplantagen und eine endlose Anzahl von Feigenkakteen reicht bis zum Meer. Hat man in Marina di Barisardo das Meer erricht, liegt ein ca. 10km langer Strand vor einem. Selbst in der Hochsaison sind die Strände in dieser Gegend nur wenig besucht. Das Hinterland dagegen ist unbedingt einen Besuch wert. Die Ausläufer des Gennargentu reichen hier fast bis an die Küste. Direkt hinter Tortoli steigen die Berge steil an und die Bergdörfer kleben wie Schwalbennester an den Hängen. Mit dem Auto fährt man am Besten von Tortoli über Lanusei nach Gairo, Ulassai und Jerzu bis nach Barisardo. Die Fahrt wird mit herrlichen Ausblicken auf die Landschaft und ungeahnten Einblicken in die sardische Kultur belohnt. Lanusei ist ein geschäftiges Städtchen mit schönen alten Patriziahäusern und einer belebten Piazetta. Auf dem Weg nach Gairo passiert man einen dichten Steineichenwald und die Strasse windet sich in endlosen Serpentinen nach oben. Gairo wurde in den 50iger Jahren durch einen Hangrutsch zum grössten Teil vernichtet. Ulassai beeindruckt durch seine fantastische Lage direkt an den senkrecht abfallenden Bergwänden. Hier gibt es die Grotte di Marmuri – sie gehört zu den bekanntesten in Sardinien und kann nur mit örtlicher Führung besichtigt werden. Das Örtchen Jerzu thront hoch oben am Berg und ist besonders bekannt für seinen Cannonau, der hier an den sonnigen Hängen bestens gedeiht. Ebenfalls eine schöne Tour ist die Fahrt von Lanusei zum Lago alto di Flumendosa, einem grossen Stausee. Dahinter findet man eine einsame Berglandschaft mit herrlichen Impressionen.

 

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9 Costa Verde - 10 Sulcis/Iglesiente
– die Costa Verde reicht von Marina di Arbus bis zum Capo Pecora und ist einer der ursprünglichsten Küstenabschnitte der Insel. Endlose weisse Dünen reichen bis weit in das Hinterland und gehen dann in Pinien- und Wachholderwäldchen über. Holprige Strasse, keine Besiedelung und nur ein einsames kleines Hotel mitten in den Dünen. Die Costa Verde gehört zu den ökologisch wertvollsten Gebieten Italiens und wird dementsprechend geschützt. Schildkröten legen an den Stränden ihre Eier ab und auch der selten gewordene sardische Hirsch ist hier noch anzutreffen. Daher sollte der südliche Teil der Costa Verde ab Scivu auch nicht betreten werden und schon gar nicht darf man hier wild campen. Hinter der Costa Verde schliesst sich das Gebiet Iglesiente an. Es reicht bis nach Cagliaria und geht im Süden in das Sulcis über. Das Iglesiente ist eine sehr alte Steinlandschaft, die schon in der Antike wegen ihrer Bodenschätze und besonders wegen der Metallvorkommen begehrt war. Leider wurde das einst so blühende Industrierevier durch politische Fehlentscheidungen und Stilllegungen ruiniert und die Region blieb mit schweren strukturellen Schäden und einer hohen Arbeitslosigkeit zurück. Heute ist das Iglesiente eine trockene Berglandschaft mit verlassenen Bergarbeiterstädten und unbenutzten Stollen und mit gar keinen touristischen Ambitionen. Die Strände sind zwar schön, liegen aber sehr einsam und sind meist nur schwer zu erreichen und es gibt so gut wie keine Hotels in der Gegend, allenfalls ein paar kleine Campingplätze. Abseits der grossen Strassen findet man eine stille, fast menschenleere Landschaft vor, mit teils dicht bewaldeten Berghängen und kahlen Vulkanhügeln. Ein ursprüngliches Bergarbeiterdorf ist Fluminimaggiore, deren Murales (Wandbemalungen an den Häusern, politisch motiviert) den Niedergang des Bergbaus thematisieren. In der Nähe gibt es die Grotte Su Mannu, die besichtigt werden kann und bei Tempio di Antas findet man die Überreste eines römischen Tempels. Fährt man weiter Richtung Buggeru, kommt man einen der schönsten Strände, kilometerlang mit hohen bewachsenen Dünen und umrahmt von Bergketten. Lohnend ist auch die Strecke von Masua nach Gonnesa – wunderbare Steilküste mit herrlichen Ausblicken aufs Meer. Iglesias ist die Provinzhauptstadt und hat ein schönes historisches Zentrum mit verwinkelten Gassen, Kirchen und prächtigen Bürgerhäusern. Weiter südlich schliesst sich das Gebiet Sulcis an, es markiert den äussersten Südwestzipfel Sardiniens und reicht von ungefähr von Teulada bis zu den vorgelagerten Inseln San Pietro und Sant Antioco. An der westlichen Seite setzt sich zuerst einmal das traurige Bild des Iglesiente fort – Industrieanlagen und verlassene Siedlungen und Bergwerke. Touristisch am interessantesten ist die Insel Sant Antioco – sie bietet viele archäologische Ausgrabungen, ein paar kleine Museen und besonders im Westen und Süden ein paar schöne landschaftliche Impressionen. Von Calasetta aus kann man nach San Pietro übersetzen. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und bietet, neben wilden Steilküsten, ein grünes Inselinnere mit Olivenhainen und Weingärten. Carloforte ist ein kleines Fischerstädtchen mit viel Atmosphäre und pastellfarbenen Häuschen. Wieder zurück auf dem Festland sollte man einen Abstecher zur Grotte Is Zuddas machen, die grosse Tropfsteinhöhle liegt etwas nördlich von Teulada und besteht aus mehreren Sälen und Höhlen. Hier findet man Tropfsteine, die anscheinend entgegen der Schwerkraft kreuz und quer in alle Richtungen wachsen.

 

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11 Campidano/Cagliari
– die breite Ebene von Oristano nach Cagliari ist das Campidano. Das Gebiet schliesst sich direkt an Arborea an und führt wie ein Streifen hinunter bis nach Cagliari. Touristisch aber kaum von Bedeutung. Die Schnellstrasse durchzieht die Landschaft wie ein Band und das was man während der Fahrt vom Auto aus sieht, lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Als Korn- und Obstanbauregion ist sie aber landwirtschaftlich von grosser Bedeutung. Fährt man von Arborea Richtung Cagliari fallen einem auf der linken Seite die Berge des Monte Arci und besonders zwei Vulkankegel ins Auge – Trebina Lada und Trebina Longa – sie ragen bis zu 800m in die Höhe. In den mit Steineichen bewachsenen Hängen findet man heutzutage noch Füchse, Wildschweine und viele Vogelarten. Vor kurzem wurde das Gebiet um den Monte Arci zum Naturpark erklärt. Die Dörfer entlang der Schnellstrasse sind wenig interessant, einen Abstecher lohnen nur die Thermalquellen bei Sardara, das private Mineral- und Fossilienmuseum in Uras und die Pfarrkirche in Sanluri. Cagliari wirkt auf den ersten Blick ziemlich abschreckend – mehrspurige Ausfallstrassen, Industriegebiete, Hochhäuser und triste Wohnsiedlungen ist das erste was man sieht. Wenn man nicht unbedingt in die Stadt muss, sollte man auf den breiten Umgehungsstrassen schleunigst das Weite suchen. Nur die Altstadt lohnt einen Besuch. Sie zieht sich fast bis zum Meer und wird nur von einer breiten, leider viel befahrenen Strasse vom Ufer getrennt. Am Besten beginnt man am Hafenviertel und schlendert dann durch die Strassen bis zum Castello hinauf. Je weiter man sich von der Uferstrasse entfernt und in die Altstadt vordringt umso beschaulicher und schöner wird Cagliari. Das Wohnviertel auf dem Festungsberg bestätigt das Bild, dass wir vom typisch italienischen Leben haben – enge Gassen, in denen kreuz und quer Wäsche hängt, lautes Rufen und Lärmen, ebenerdige Wohnzimmer und wunderbare Gerüche aus Mammas Küche. Nur während der Siesta herrscht Ruhe. Das alte Cagliari zeigt voller Charme seine Schätze – palmenbewachsene Plätze, kleine Märkte und Läden, versteckte Kirchen und eine Kathedrale. Und natürliche viele Restaurants, Pizzerien, Bars und Cafes, in denen man gut essen und einen guten Espresso geniessen kann. Sehenswert aber etwas abseits der Altstadt ist ein gut erhaltenes römisches Amphitheater, in dem im Sommer auch Konzerte stattfinden. Immer wieder stösst man in der Stadt auf Spuren der Vergangenheit und immer wieder wird etwas Neues entdeckt und ausgegraben. Cagliari ist nicht nur Sitz der autonomen Regierung Sardiniens sondern auch Universitätsstadt. Fährt man von Cagliari aus Richtung Westen kommt man riesigen Salzwasserlagunen vorbei, in den viele Flamingos leben und erreicht schliesslich den kleinen netten Ort Pula. Besonders die gut erhaltenen Ausgrabungen der antiken Stadt Nora lohnen einen Abstecher und auch die feinsandigen Strände bei Pula können sich sehen lassen. In östlicher Richtung schliesst sich der Strand Poetto direkt an die Stadt an. Auf ca. 8km treffen sich hier die Bewohner Cagliaris zum Baden, Schauen und Flanieren. Die Strasse führt weiter durch mehrere Vororte und geht dann in die Küstenstrasse nach Villasimius über.

 

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12 Sarrabus/Costa Rei
– der äusserste Südosten der Insel. Von Tertenia bis zum Capo Carbonara und Cagliari, im Landesinneren reicht das Gebiet bis nach Silius. Südlich von Tertenia findet man ein raues, einsames Bergland vor. Keine Besiedelung und kein Tourismus. Die Quirra-Berge werden nur vom Militär für Übungen genutzt – also sollte man hier auf keinen Fall auf eigene Faust ins Landesinneren vordringen, sonst kann es einem passieren, das man mitten in ein Übungsgefecht gerät. Lieber noch weiter nach Süden fahren, bis man bei Villaputzu wieder auf bewohntes Gebiet stösst. Die Ebene links und rechts des Flumendosa wird landwirtschaftlich genutzt, hauptsächlich findet man hier Mandeln, Obst- und Getreidefelder. Die beiden Orte Muravera und Villaputzu liegen direkt an dem Fluss, haben schon fast einen städtischen Charakter. In dieser Gegend gibt es nur wenig Tourismus – man findet hier wenn überhaupt nur Campingplätze. Von Muravera aus führt die SS125 quer durch nach Cagliari. Eine interessante Fahrt durch schroffe Granitfelsen und Macchia. Von der Strasse aus gibt es einen Abzweig nach Monti dei Sette Fratelli – ein Bergmassiv mit 7 Granitgraten, die bis ca. 1000m ansteigen. Zum grossen Teil sind sie mit dichtem Wald bedeckt. In dem angelegten Naturpark kann man ganz gut wandern (Infos gibt es an der Forststation). Wenn man nicht die Schnellstrasse nach Cagliari nimmt, kann man auch an der Küste entlang nach Süden fahren und kommt nach Costa Rei. Das Örtchen ist touristisch gut entwickelt, was besonders dem 10km langen Sandstrand zu verdanken ist. Feiner weisser Sand und dahinter Dünen, die mit Wachholder und Macchia bewachsen sind. Im Ort selber findet man alles was man im Urlaub braucht - Supermärkte, Restaurants, Pizzerien, Läden und Boutiquen. Zum Übernachten gibt es ein paar Campingplätze und ein paar kleine Appartementhotels. Nur in der Hauptsaison kann es hier voll werden – da es dann auch viele Bewohner Cagliaris hierher zieht um das Wochenende zu verbringen. Ansonsten ist es sehr ruhig und von Massentourismus keine Spur. Einsam liegt das Capo Ferrato am Meer, dahinter liegt der Monte Ferru, der zwar nur 300m hoch ist, aber mit seinen roten Felsen einen markanten Blickfang bildet. Noch ein wenig weiter südlich liegt Cala Sinzias – eine Gegend die hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt wird, es gibt eine Agriturismo und ein paar Campingplätze. Der schöne 2km lange weisse Sandstrand wird durch ein beeindruckendes Bergpanorama eingerahmt. Nach einer kurvenreichen Fahrt entlang der Küste und wunderbaren Ausblicken auf das blaue Meer erreicht man schliesslich ganz im Südosten Villasimius und das Capo Carbonara. Villasimius ist ein kleines Städtchen, in dem Dank(?) des Tourismus momentan viel gebaut wird. Um eine kleine Piazza im Zentrum gruppieren sich einige Läden, Pizzerien, Eisdielen und Bars. Am Stadtrand (vor allem Richtung Cagliari) finden sich einige gute Restaurants. Im Sommer herrscht in den engen Gassen meist ein totales Verkehrschaos und wer nicht unbedingt nach Villasimius rein möchte, sollte auf der Umgehungsstrasse bleiben und das Ortszentrum meiden. Rund um Villasimius gibt es mehrere gute Hotels und Appartementanlagen. Das Hinterland hingegen ist kaum begehbar, die dürftig bewachsenen Berghänge des Sarrabus reichen bis an die Stadt heran. Es gibt nicht viele – aber dafür ein paar sehr schöne Strände rund um die Stadt. Besonders Cala Giunco, der sich Richtung Capo Carbonara linkerhand auftut, ist einen Besuch wert. Der feine weisse Sandstrand teilt eine Salzwasserlagune vom Meer ab und ist ca. 1km lang. Auf der anderen Seite der Stadt findet man beim Hotel Cormoran auch noch eine schöne mittelgrosse Sandbucht. Das Capo Carbonara ist eine kleine Insel mit einem Leuchtturm. Im Hafen von Villasimius kann man Fahrten zu den vorgelagerten Inseln buchen. Atemberaubend ist auch die Fahrt entlang der Küste nach Cagliari. Die Strasse schraubt sich in engen Kurven um die Hügel herum, die hier bis an das Meer reichen. Auf der einen Seite steilen Abhänge, die ins Meer stürzen und mit Sarazenentürmen gespickte Landzungen und auf der anderen Seite die kargen Hänge der Berge. An vielen Stellen führen kleine Sandwege zum Meer und zu kleinen Buchten und es gibt einige Aussichtspunkte an denen man bequem halten und die Aussicht geniessen kann.

 

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13 Costa del Sud
– ein kleiner einsamer Küstenabschnitt im Süden Sardiniens. Das Gebiet fängt westlich von Santa Margherita di Pula an und geht bis zum Capo Teulada und gehört streng genommen zum Sulcis. Wunderbare unberührte Berge, kaum Besiedelung und traumhafte Strände zeichnen das Gebiet aus. Die besten Strände findet man bei Baia Chia. Hier gibt es endlose weisse Sandstrände mit bis zu 30m hohen Dünen. Die Strände sind nur selten bewirtschaftet und so kann man zumindest n der Nebensaison mit wenig Touristen rechnen. Vorgelagert gibt es eine kleine Felsinsel zu der man hinüberwaten und schnorcheln kann. Die Bucht Torre di Chia markiert den Beginn der Costa del Sud und ist eine kleine halbrunde Bucht mit braunem Sand. Bei Tuarredda trifft man wieder auf den herrlichen weissen Sand, in einer ca. 600m langen Bucht. Die Küstenstrasse die entlang der Costa del Sud führt, bietet ein wunderbares Panorama aus tiefblauem Meer und tief eingekerbten Buchten.

 

 

Quelle: zum Teil aus „Sardinien“ von Eberhard Fohrer, Michael Müller Verlag, 08. Auflage 2002

 

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